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Ein Exkurs
in die Geschichte:
Das heutige
Dorf Dedelow entstand im 11./12. Jhd. als Gründung deutscher Kolonialisten
aus einer jungslavischen Siedlung.
Zahlreiche Bodenfunde aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit in und um
Dedelow lassen vermuten, daß hier schon seit der Steinzeit Menschen
gesiedelt haben. Es gibt ein großes Hügelgrab, eine Heidenkanzel
und eine Reihe von Sagen, die sich um diese Zeit ranken.
Die erste
urkundliche Erwähnung Dedelows datiert auf den 29. April 1320.
An diesem Tag bestätigte in Prenzlau Herr Fromhold (vromhold), Pfarrer
der dortigen Nikolaikirche die Stiftung eines Altars durch die Brüder
Petrus und Johannies von Klinkow, Bürger und Einwohner der Stadt
Prenzlau. Von den festen Einkünften der Stiftung sollte täglich
eine Frühmesse und eine hohe Messe gehalten werden. Zeugen sind Johannes,
der Kaplan der Markgräfin, Johannes von Rossow als Pfarrer von Strasburg
und Sander von Wolfshagen als Pfarrer von Dedelow.
Der
Ortsname Dedelow ist wahrscheinlich slawischen Ursprungs. Er läßt
sich als "Ort des Dedol oder Dedel" erklären. Der Personenname
Dedol u.ä. stellt eine Ableitung von ded "Großvater"
dar, der jedoch nach bisherigen Erkenntnissen in anderen slawischen Sprachen
nur sehr schwach bezeugt ist.
(Erklärung durch Prof. Schlimpert, Potsdam)
Die belegbare
Geschichte Dedelows beginnt 1321, als Vogt Henning Sack und sein Bruder
Sander das Dorf als Kriegsentschädigung der Pommernherzöge für
ihre Vasallen bekommen.
Bis wann die Herrschaft der Gebrüder Sack bestand ist nicht geklärt,
aber schon 1375 haben Hans von Klützow und sein Bruder Herrschaft
über Dorf und Gut Dedelow.
Es ist möglich, dass ein 1992 wiederentdeckte Brunnen schon
aus dieser Zeit stammt. Das verwendete Baumaterial und die Art des Brunnenbaus
lassen darauf schließen.
Zum Dorf
gehören zu dieser Zeit 62 Hufen Land (1 Hufen = ~30 Morgen). 24 waren
neu besetzt und für 1 Jahr abgabefrei. 2 Hufen waren wüst ,
das heißt, sie waren nicht verpachtet und wurden nicht bewirtschaftet.
Die Pfarre hatte 3 Hufen Land.
Die Pacht betrug je 9 Scheffel Weizen, Roggen, Gerste und Hafer und musste
an die Brüdern v. Klützow entrichtet werden.(1Scheffel = 54,964
l) Als Steuer an den Landesherren kamen für die Bauern noch 10 Schilling,
1 Scheffel Roggen, 1 Scheffel Gerste und 2 Scheffel Hafer hinzu.
Zu diesem Zeitpunkt gibt es in Dedelow zwei Mühlen.
Die eine hieß "Oberste Mühle". Sie lag am Einlauf
des Quillow ins Dorf. Die andere "Unterste Mühle" lag am
Ausfluss des Quillows aus dem Dorf. Beide leisteten an die Gebrüder
v. Klützow Pacht, die "Unterste Mühle" noch zusätzlich
Steuer an den Markgrafen.
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